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Kieler Woche 2015: "Adler Princess" auf Kollisionskurs

Wir, das sind Ulf und ich, stehen auf dem Aussichtsdeck der "Adler Princess" mit Fahrt in der Kieler Förde und beobachten den Schiffsverkehr. Von Backbord nähert sich eine ca. 11m lange SY mit Segelstellung "am Wind". Als Segler prüfen wir instinktiv die Peilung: sie steht und steht... >>> weiter im Bericht !

Am Freitag, den 26.06.2015 besuche ich also mit Segelfreund Ulf die Kieler Woche; wir sind mit der hannoverschen Busreise-Agentur Beckmann zu dieser Tagesfahrt gestartet und erreichen nach staufreier Fahrt gegen 11,30Uhr Kiel am Bus-Stopp direkt an der Festmeile am Hörn-Campus in der Nähe des HBf.

Unsere Fahrt auf der "Adler Princess" soll um 14Uhr beginnen, so dass bis dahin Zeit bleibt,  auf der Festmeile entlang des Hafenbeckens vor dem Hörn-Campus zu flanieren. Nach Einstimmung in die Kieler-Woche-Atmosphäre, dem Genuss eines Fischbrötchens mit Bier und anschließendem Cappuccino besteigen wir rechtzeitig vor Abfahrt die "Adler Princess".

Das Fahrgastschiff ist gut mit zahlreichen Besuchergruppen gefüllt, bietet auf 2 Decksebenen und dem Aussichtsdeck Platz für das Beobachten der Traditionssegler und Windjammer in den folgenden 3 Fahr-Stunden. Auch das Wetter spielt mit bei angenehmen Pullover-Temperaturen; zwischenzeitlich unterbrochen von ein paar Regentropfen.

Nach Passieren der geöffneten Hörnbrücke geht die Fahrt vorbei an dem russischen Windjammer SEDOV, den Oslo-Fähren, dem Schwedenkai weiter Richtung Kieler Bucht. Mit Erläuterungen von der Brücke beobachten wir die uns entgegenkommenden zahlreichen Traditionssegler, die zum überwiegenden Teil unter holländischer Flagge fahren und alle mit Tagesgästen besetzt sind.

Dann kommt diese ca. 11m lange SY von Backbord in Sicht mit Segelstellung "am Wind". Unsere Kurse bilden einen Winkel von ca. 80grad. Die Peilung steht, der Abstand nimmt ab. Wenn die Peilung steht, sehen sich die Fahrzeuge immer unter dem gleichen Winkel. Bei abnehmendem Abstand, kreuzen sich die Kurse im Kollisionspunkt. Die "Adler Princess" ist als Maschinenfahrzeug ausweichpflichtig, die SY hat Wegerecht, die Vorfahrt in der Seefahrt. Wie wird es weitergehen ? Die Besucher an Bord bekommen von dieser navigatorisch interessanten Situation wahrscheinlich nichts mit, aber Ulf und mich zieht sie natürlich in den Bann. Unser Käpt'n reagiert dann doch ziemlich spät: eine Kursänderung wäre sehr aufwändig geworden, also stoppt er auf. Die SY fährt vor uns gefahrlos durch und wie an der Hecksee zu sehen ist, nun mit Motorunterstützung. Als sie unsere Kurslinie passiert hat, dümpelt sie so dahin, als ob sie gar kein richtiges Ziel mehr hat. Bravo, die Situation ist nach den Kollisionsverhütungsregeln (KVR) regelgerecht gelöst worden ! Aber war das auch gute Seemannschaft ? Ulf und ich sind einig: wir wären als Skipper der SY im Vorfeld auf Segelstellung "halber Wind" abgefallen, hätten damit diese Nahbereichssituation nicht entstehen lassen und wären vollkommen entspannt hinter der "Adler Princess" passiert.

Vorbei an der Einfahrt in den Kiel-Kanal (NOK) an Backbord, dem U-Boot-Ehrenmal in Möltenort an Steuerbord erreicht unsere Fahrt die Höhe von Laboe mit dem markanten Marine-Ehrenmal. Dort wechseln wir die Fahrwasserseite, fahren Richtung ehemaliges Olympia-Zentrum (Olympiade 1972) in Schilksee und können jetzt auch die Jollen-Regatten in der Ferne erkennen.

Die Fahrt geht zurück Ri Kiel, nun innerhalb des Feldes der immer noch einlaufenden Segler. Ein kurzer Abstecher führt in die Nähe des Marine-Hafens, wo an der Tirpitzmole außen das Segelschulschiff der Marine "Gorch Fock" angelegt hat.

Im weiteren Verlauf passieren wir an Steuerbord die Anleger vor Kiel-Düsternbrook, an denen jetzt die holländischen Großsegler bereits zahlreich festgemacht haben. Die dahinter aufgebauten Pagoden-Zelte und die Festmeile füllen sich zusehends.

Um 17Uhr legen wir nach 31km Fahrtstrecke vor dem Hörn-Zentrum an und erreichen Hannover um 20,45Uhr wieder nach staufreier Busfahrt.

Hinter uns liegt ein Tag mit vielen maritimen Eindrücken, der uns an der Kieler Woche als größtes Segel-Ereignis Norddeutschlands direkt teilhaben ließ.

Zum krönenden Tages-Abschluß noch diese Begebenheit: Für die S-Bahnrückfahrt von Hannover HBf nach Bennigsen kaufe ich am Fahrkartenautomaten eine Streifen-Fahrkarte. Als ich die Treppen zum Bahnsteig hochgehe, wird die Einfahrt der S-Bahn schon angekündigt; also gehe ich flott zum einzigen Entwertungs-Automaten auf dem Bahnsteig. Defekt und außer Betrieb ! Mit nicht entwertetem Fahrschein betrete ich die abfahrbereite S-Bahn und frage den auf der Einstiegsplattform stehenden jungen Mann, wo sich im Wagen der Entwertungs-Automat befindet (wie in der Stadtbahn). Antwort: "Wenn ich jetzt meinen Ausweis ziehe, kostet Sie dass 60EUR". Da nützt auch der Hinweis auf den defekten Entwertungs-Automaten am Bahnsteig nichts; ich bin an einen auf dem Heimweg befindlichen Kontrolleur geraten !!! Aber die Angelegenheit hat ein gutes Ende: Mit einem Handy-Gespräch regelt er mit der im Zug befindlichen Kontrolleurin (seiner Mitarbeiterin), dass sie meinen Fahrschein ausnahmsweise abstempeln möge. Das ist nach den Befördeungsbestimmungen sonst nicht vorgesehen. So verabredet, so geschehen ... !

feS -.-.- 26.06.2015


Kieler Woche 2015: "Adler Princess" auf Kollisionskurs

Wir, das sind Ulf und ich, stehen auf dem Aussichtsdeck der "Adler Princess" mit Fahrt in der Kieler Förde und beobachten den Schiffsverkehr. Von Backbord nähert sich eine ca. 11m lange SY mit Segelstellung "am Wind". Als Segler prüfen wir instinktiv die Peilung: sie steht und steht... >>> weiter im Bericht !

Am Freitag, den 26.06.2015 besuche ich also mit Segelfreund Ulf die Kieler Woche; wir sind mit der hannoverschen Busreise-Agentur Beckmann zu dieser Tagesfahrt gestartet und erreichen nach staufreier Fahrt gegen 11,30Uhr Kiel am Bus-Stopp direkt an der Festmeile am Hörn-Campus in der Nähe des HBf.

Unsere Fahrt auf der "Adler Princess" soll um 14Uhr beginnen, so dass bis dahin Zeit bleibt,  auf der Festmeile entlang des Hafenbeckens vor dem Hörn-Campus zu flanieren. Nach Einstimmung in die Kieler-Woche-Atmosphäre, dem Genuss eines Fischbrötchens mit Bier und anschließendem Cappuccino besteigen wir rechtzeitig vor Abfahrt die "Adler Princess".

Das Fahrgastschiff ist gut mit zahlreichen Besuchergruppen gefüllt, bietet auf 2 Decksebenen und dem Aussichtsdeck Platz für das Beobachten der Traditionssegler und Windjammer in den folgenden 3 Fahr-Stunden. Auch das Wetter spielt mit bei angenehmen Pullover-Temperaturen; zwischenzeitlich unterbrochen von ein paar Regentropfen.

Nach Passieren der geöffneten Hörnbrücke geht die Fahrt vorbei an dem russischen Windjammer SEDOV, den Oslo-Fähren, dem Schwedenkai weiter Richtung Kieler Bucht. Mit Erläuterungen von der Brücke beobachten wir die uns entgegenkommenden zahlreichen Traditionssegler, die zum überwiegenden Teil unter holländischer Flagge fahren und alle mit Tagesgästen besetzt sind.

Dann kommt diese ca. 11m lange SY von Backbord in Sicht mit Segelstellung "am Wind". Unsere Kurse bilden einen Winkel von ca. 80grad. Die Peilung steht, der Abstand nimmt ab. Wenn die Peilung steht, sehen sich die Fahrzeuge immer unter dem gleichen Winkel. Bei abnehmendem Abstand, kreuzen sich die Kurse im Kollisionspunkt. Die "Adler Princess" ist als Maschinenfahrzeug ausweichpflichtig, die SY hat Wegerecht, die Vorfahrt in der Seefahrt. Wie wird es weitergehen ? Die Besucher an Bord bekommen von dieser navigatorisch interessanten Situation wahrscheinlich nichts mit, aber Ulf und mich zieht sie natürlich in den Bann. Unser Käpt'n reagiert dann doch ziemlich spät: eine Kursänderung wäre sehr aufwändig geworden, also stoppt er auf. Die SY fährt vor uns gefahrlos durch und wie an der Hecksee zu sehen ist, nun mit Motorunterstützung. Als sie unsere Kurslinie passiert hat, dümpelt sie so dahin, als ob sie gar kein richtiges Ziel mehr hat. Bravo, die Situation ist nach den Kollisionsverhütungsregeln (KVR) regelgerecht gelöst worden ! Aber war das auch gute Seemannschaft ? Ulf und ich sind einig: wir wären als Skipper der SY im Vorfeld auf Segelstellung "halber Wind" abgefallen, hätten damit diese Nahbereichssituation nicht entstehen lassen und wären vollkommen entspannt hinter der "Adler Princess" passiert.

Vorbei an der Einfahrt in den Kiel-Kanal (NOK) an Backbord, dem U-Boot-Ehrenmal in Möltenort an Steuerbord erreicht unsere Fahrt die Höhe von Laboe mit dem markanten Marine-Ehrenmal. Dort wechseln wir die Fahrwasserseite, fahren Richtung ehemaliges Olympia-Zentrum (Olympiade 1972) in Schilksee und können jetzt auch die Jollen-Regatten in der Ferne erkennen.

Die Fahrt geht zurück Ri Kiel, nun innerhalb des Feldes der immer noch einlaufenden Segler. Ein kurzer Abstecher führt in die Nähe des Marine-Hafens, wo an der Tirpitzmole außen das Segelschulschiff der Marine "Gorch Fock" angelegt hat.

Im weiteren Verlauf passieren wir an Steuerbord die Anleger vor Kiel-Düsternbrook, an denen jetzt die holländischen Großsegler bereits zahlreich festgemacht haben. Die dahinter aufgebauten Pagoden-Zelte und die Festmeile füllen sich zusehends.

Um 17Uhr legen wir nach 31km Fahrtstrecke vor dem Hörn-Zentrum an und erreichen Hannover um 20,45Uhr wieder nach staufreier Busfahrt.

Hinter uns liegt ein Tag mit vielen maritimen Eindrücken, der uns an der Kieler Woche als größtes Segel-Ereignis Norddeutschlands direkt teilhaben ließ.

Zum krönenden Tages-Abschluß noch diese Begebenheit: Für die S-Bahnrückfahrt von Hannover HBf nach Bennigsen kaufe ich am Fahrkartenautomaten eine Streifen-Fahrkarte. Als ich die Treppen zum Bahnsteig hochgehe, wird die Einfahrt der S-Bahn schon angekündigt; also gehe ich flott zum einzigen Entwertungs-Automaten auf dem Bahnsteig. Defekt und außer Betrieb ! Mit nicht entwertetem Fahrschein betrete ich die abfahrbereite S-Bahn und frage den auf der Einstiegsplattform stehenden jungen Mann, wo sich im Wagen der Entwertungs-Automat befindet (wie in der Stadtbahn). Antwort: "Wenn ich jetzt meinen Ausweis ziehe, kostet Sie dass 60EUR". Da nützt auch der Hinweis auf den defekten Entwertungs-Automaten am Bahnsteig nichts; ich bin an einen auf dem Heimweg befindlichen Kontrolleur geraten !!! Aber die Angelegenheit hat ein gutes Ende: Mit einem Handy-Gespräch regelt er mit der im Zug befindlichen Kontrolleurin (seiner Mitarbeiterin), dass sie meinen Fahrschein ausnahmsweise abstempeln möge. Das ist nach den Befördeungsbestimmungen sonst nicht vorgesehen. So verabredet, so geschehen ... !

feS -.-.- 26.06.2015