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Der Niedersachse unterwegs mit 'weiß-blauer' Brille

Statt 'Moin, Moin' schmettere ich den Lesern ein "Grüß Gott (griaß God)" aus dem Steuerhaus des MGS 'Rudolf-Thea' im Hafen von Kelheim (an der Donau) entgegen ! Ja, es wird diesmal eine Fahrt der besonderen 'Ansichten', eben bayrisch 'weiß-blau' (Artikel 1 der Verfassung des Freistaates Bayern, und nicht 'blau-weiß). (MGS = Motor-Güter-Schiff)

Ich bin heute ICE-mäßig bis Regensburg und weiter bis Saal an der Donau angereist und werde die nächsten Tage an Bord auf der Fahrt von hier Richtung Rhein genießen und dabei die 'weiß-blaue' Brille aufbehalten. Die Fahrt wird durch den 171km langen Main-Donau-Kanal (17 Schleusen !) und den Main abwärts (zu Tal) Richtung Mündung verlaufen. Es wird sich hinziehen ..., aber es ist ein für mich neues Revier, in Herbststimmung an den Ufern und mit vielen Städten an der Strecke, wie Kelheim, Nürnberg, Erlangen, Bamberg, Schweinfurt, Würzburg, ... (immer noch BY !!!) ...

Diese Fahrten haben ja auch immer ein Bildungs-Segment durch Vorbereitung, Stichwort-Sammlung, Nachforschungen aller Art und Gespräche an Bord.

Also .....

Eine Verbindung zwischen Main und Donau war schon lange in den vergangenen Jahrhunderten im Gespräch: im 19. Und 20. Jahrhundert wurde der Ludwig-Donau-Main-Kanal (auch Ludwigskanal oder regional Alter Kanal genannt) als 172,4 km lange Wasserstraße zwischen der Donau bei Kelheim und dem Main bei Bamberg geschaffen. Damit war eine schiffbare Verbindung von der Nordsee bei Rotterdam bis zum Schwarzen Meer bei Constanza realisiert. Für die Überquerung der Europäischen Hauptwasser-scheide wurden damals 100 Schleusen gebaut und die Flüsse Altmühl und Regnitz in den Trassenverlauf einbezogen. Der Kanal wurde 1950 aufgelassen und ab 1960 wurden dann die Bauarbeiten für den heutigen Main-Donau-Kanal begonnen, die mit der Verkehrsfreigabe des Kanals im Jahr 1992 endeten. Für die Realisierung waren 17 Schleusen erforderlich, um die nördliche Anstiegsrampe von Höhenmeter 231 bei Bamberg am Main, bis zum Scheitel von 406 Meter und dann die südliche Abstiegsrampe bis Höhenmeter 338 bei Kelheim an der Donau zu überwinden.

Somit ist der Main-Donau-Kanal neben dem Elbe-Seitenkanal (Inbetriebnahme 1976) das zweite große Kanal-Bauvorhaben der Bundesrepublik Deutschland.

Nun aber los .....

Mi

Um kurz nach 15Uhr holt mich Käpt'n Rolf vom Bf in Saal an der Donau ab, um 15,30Uhr legt die 'Rudolf-Thea' vom Nordkai des Hafen Kelheim ab. Nach 1lm Fahrt auf der Donau biegen wir in den Main-Donau-Kanal (MDK) ab: Kanal-km 171.

Der MDK ist in diesem Bereich mit der Altmühl identisch und führt durch das landschaftlich sehenswerte Altmühltal. Wir passieren die Schleuse Kelheim um 16,15h und setzen die Fahrt bei Dämmerung und diesigem Wetter fort; Ufer-Impressionen mit Burgen und Schlössern begleiten die Fahrt. Hinter der Schleuse Riedenburg begegnet uns ein Schubverband, unser einziger Schiffskontakt an diesem Fahrttag. 

Die Fahrt ist inzwischen wegen der Dunkelheit nur mit Radarunterstützung möglich. Um 19,30Uhr liegt die 'Rudolf-Thea' an der Umschlagstelle Dietfurt für die Nachtruhe fest. Fahrtstrecke 35km.

Hier soll am Spätabend auch der Mannschaftswechsel der 2 Bootsmänner durch einen Fahrdienst stattfinden. Zum Abschluss der Dreiwochenschicht gibt es noch ein Bier im Steuerhaus bei einem gemeinsamen Gespräch. Morgen früh startet dann die neue Schicht.

Do

06,30Uhr und vor mir steht im Steuerhaus eine Tasse Kaffee mit der Aufschrift "my job is TOP SECRET, I don't even know what I'm doing myself!" Seit 6Uhr ist die 'Rudolf-Thea' unterwegs, gemütlich mit 10km/h, 5grad Außentemperatur und langsam erwachender Landschaft.

Nach Schleusung in Dietfurt geht die Fahrt auf dem MDK mit 'Altmühl-Charakter' weiter, Beilngries in km 129 wird passiert und um 08Uhr sind wir in der Schleuse Berching fest. 

Nach der Schleuse Bachhausen (09,30Uhr) erreichen wir in km116 den Höhenscheitel des MDK mit 406m. Jetzt haben wir 17km vor uns, bevor es dann mit 11 Schleusen 'abwärts' nach Bamberg am Main geht. Der Trassenverlauf des MDK hat inzwischen 'Kanal-Charakter'.

Um 10,45Uhr passieren wir in km102 das Denkmal ''Europäische Hauptwasserscheide'. Danach beginnt mit der Schleuse Hilpoltstein und zweier weiterer Schleusen innerhalb von 15km der 'Abstieg' von 75 Höhenmetern (25m/Schleuse). Um 14Uhr haben wir wieder den gut ausgebauten MDK vor uns.

Zwischen 15 und 16Uhr passieren wir den quirligen Großraum Nürnberg ab km072 und ... es sind doch noch andere Schiffe unterwegs, denn seit heute morgen waren wir bis jetzt das einzige Schiff ! Auto-Staus auf Parallel-Straßen begleiten uns; erst ab dem Bereich Fürth wird es wieder ruhiger.

Nach weiteren zwei Schleusungen erreichen wir in der Dunkelheit den heutigen Liegeplatz an Dalben im Unterwasser der Schleuse Erlangen bei km041.

Zum Schiffsverkehr auf dem MDK-Kanal passt ein netter Witz: Was ist der Unterschied zwischen dem Hamburger und dem Nürnberger Hafen? Die Hamburger sagen "Schiff ahoi", die Nürnberger "Hoi, a Schiff". 

Fr

Heute sitze ich erst um 7,30h vor der Tasse (siehe Do) im Steuerhaus ! Rolf ist schon 15km (mit 1 Schleuse) seit 6Uhr gefahren, jetzt sind wir vor der Schleuse Forchheim in km026. Wetter ist herbstlich, aber nicht unangenehm. Vor uns liegen bis Bamberg die letzten km auf dem MDK.

Inzwischen haben wir diese km auf dem MDK zurückgelegt; nach der Schleuse Bamberg fahren wir gegen 10,30Uhr durch das Stadtgebiet von Bamberg: die zahlreichen Kirchen sind im Hintergrund zu sehen, aber fotografisch nicht zu fassen. Und jetzt ... erreicht die 'Rudolf-Thea' um 11Uhr den Main in Fluss-km384.

Hinter uns liegen die 171km des MDK, der hinter Kelheim vom Altmühltal, danach vom Kanal-Charakter und ab Nürnberg, Forchheim vom ursprünglichen Regnitz-Flusslauf geprägt ist. Die Schleusen auf dem MDK sind mit 12m Schleusenkammer-Breite für Käpt'n Rolf wegen der Schiffsbreite von 11,50m eine Herausforderung gewesen, die aber routiniert gelöst wurde. Viele Schleusen zwischen Kelheim und Nürnberg hatten Schwimmpoller, die das Umhängen der Festmacher überflüssig machen. Wegen der relativ geringen Brückenhöhen um die 6m musste fast durchgängig das Steuerhaus abgesenkt werden. Übrigens sind aus diesem Grund die Oberdecks der Flusskreuzfahrer für die mitfahrenden Passagiere auf dem MDK gesperrt ! Insgesamt war auf dem MDK wenig Schiffsverkehr. 

Nun beginnt die Mainfahrt mit Flussatmosphäre. Wetter herbstlich, ohne Sonne; so geht die Main-Fahrt voran, vorbei an vielen kleinen Städten wie Limbach, Zeil, Knetzgau, Hassfurth, Schonungen mit Schloss Mainberg und Schweinfurt. Es gibt viele Ufer-Impressionen und natürlich Schleusen ... Diese sind hier genau so eng wie im MDK; sie sind außerdem alle mit einem Mitteltor (2 Trennkammern) gebaut. Hierdurch ist der Schleusenvorgang bei Belegung mit nur einem Fahrzeug sparsamer und schneller.  

Bis Schweinfurt begegnet uns kein weiteres Fahrzeug, die einzige fahrtechnische Abwechslung beschert uns eine mit Tonnen gesicherte Baustelle (Engstelle).

Ab Ausfahrt Schweinfurt um 17Uhr ist es stockfinster; es wird bis zum 'Feierabend-Liegeplatz' vor der Schleuse Wipfeld in Main-km317 nach Radar und Seiten-Scheinwerfer gesteuert. Um 19Uhr liegt 'Rudolf-Thea' fest.

Sa

Heute, für mich am letzten Tag dieser Frachtschiffreise, startet die 'Rudolf-Thea' wieder um 06Uhr mit dem Tagesziel Würzburg. Ich begleite die Fahrt ab 07Uhr im Steuerhaus.

Das Main-Tal ist sehr weitläufig, parallelführende und querende Straßen sind trotz des Wochenendes relativ stark befahren. Die Orte und Städte ziehen mit ihren markanten Kirchen vorbei: Volkach, Schwarzach, Kitzingen und Ochsenfurt. Und natürlich weiterhin jede Menge Schleusen, die ohne Wartezeit (wie bisher auf der gesamten Fahrt !) passiert werden können, eben 'grüne Welle'.

Interessant sind die ausgeprägten Main-Windungen zwischen Eisenheim (km314) und Dettelbach (km293), die durch einen Verbindungskanal umgangen werden. Man sagt, der Main sei der einzige Fluss in D, der in alle vier Himmelsrichtungen fließt.

Weinberge säumen inzwischen teilweise die Ufer-Nordhänge; auffällig ist auch die gute Auslastung der Stellplätze mit Wohnmobilen: bei Mainstockheim zähle ich 17 Wohnmobile! Um 09,30Uhr passieren wir die Stadt Kitzingen mit schöner Uferpromenade. 

Das Wetter ist inzwischen sogar sonnig, die Weinberge am Ufer und die sehr schönen Städtchen leuchten im herbstlichen Orange; dieser Strecken-Abschnitt bei Marktbreit / Ochsenfurt ist sehenswert schön, zum 'Satt-Sehen'! 

Ab jetzt wechselt die Fahrtrichtung von Süd wieder nach Nord Richtung Würzburg; bis dahin haben wir noch 20km vor uns, vorgesehene Ankunft am frühen Nachmittag. Hier wird die 'Rudolf-Thea' bis morgen festmachen: Käpt'n und Mannschaft wollen Einkäufe erledigen und ich werde per ICE die Heimfahrt antreten.

Aber jetzt ist erstmal Mittagszeit und ich genieße die restliche Main-Fahrt und bin auf die Aussicht auf Würzburg gespannt.

Nachdem wir die Gewerbegebiete von Würzburg mit MÖMA, etc. hinter uns gelassen haben, kommt der freie Blick auf die alles überragende Festung Marienberg. Am anderen Main-Ufer liegt die Altstadt von Würzburg mit dem Dom und der Marienkapelle. Hinter der Schleuse macht die 'Rudolf-Thea' dann bis morgen fest. Es wimmelt überall von Touristen, die dieses Wetter für einen Bummel oder einen Platz im Biergarten nutzen.

Mit diesen Eindrücken von Würzburg endet mein Törn: nach Verabschiedung von Rolf und der Mannschaft (Jaroslav und Dominique) mache ich mich auf den Weg durch die Fußgängerzone zum Hbf und setze die 'weiss-blaue' Brille ab.

Fazit

Fahrt durch das interessante Revier Main-Donau-Kanal und Main in herbstlicher Stimmung mit dem Komfort, der Gemütlichkeit und der familiären Atmosphäre der 'Rudolf-Thea'. Der Fahrtverlauf vermittelte viele Eindrücke, die den Erwartungen nach meiner Vorbereitung in Nichts nachstanden. Dank an den Schiffsführer Rolf K. und die 'neuen' Mannschaftsmitglieder. Diese vermittelten mit ihrer stets freundlichen Art eine positive Ausstrahlung. 

feS -.-.-


Der Niedersachse unterwegs mit 'weiß-blauer' Brille

Statt 'Moin, Moin' schmettere ich den Lesern ein "Grüß Gott (griaß God)" aus dem Steuerhaus des MGS 'Rudolf-Thea' im Hafen von Kelheim (an der Donau) entgegen ! Ja, es wird diesmal eine Fahrt der besonderen 'Ansichten', eben bayrisch 'weiß-blau' (Artikel 1 der Verfassung des Freistaates Bayern, und nicht 'blau-weiß). (MGS = Motor-Güter-Schiff)

Ich bin heute ICE-mäßig bis Regensburg und weiter bis Saal an der Donau angereist und werde die nächsten Tage an Bord auf der Fahrt von hier Richtung Rhein genießen und dabei die 'weiß-blaue' Brille aufbehalten. Die Fahrt wird durch den 171km langen Main-Donau-Kanal (17 Schleusen !) und den Main abwärts (zu Tal) Richtung Mündung verlaufen. Es wird sich hinziehen ..., aber es ist ein für mich neues Revier, in Herbststimmung an den Ufern und mit vielen Städten an der Strecke, wie Kelheim, Nürnberg, Erlangen, Bamberg, Schweinfurt, Würzburg, ... (immer noch BY !!!) ...

Diese Fahrten haben ja auch immer ein Bildungs-Segment durch Vorbereitung, Stichwort-Sammlung, Nachforschungen aller Art und Gespräche an Bord.

Also .....

Eine Verbindung zwischen Main und Donau war schon lange in den vergangenen Jahrhunderten im Gespräch: im 19. Und 20. Jahrhundert wurde der Ludwig-Donau-Main-Kanal (auch Ludwigskanal oder regional Alter Kanal genannt) als 172,4 km lange Wasserstraße zwischen der Donau bei Kelheim und dem Main bei Bamberg geschaffen. Damit war eine schiffbare Verbindung von der Nordsee bei Rotterdam bis zum Schwarzen Meer bei Constanza realisiert. Für die Überquerung der Europäischen Hauptwasser-scheide wurden damals 100 Schleusen gebaut und die Flüsse Altmühl und Regnitz in den Trassenverlauf einbezogen. Der Kanal wurde 1950 aufgelassen und ab 1960 wurden dann die Bauarbeiten für den heutigen Main-Donau-Kanal begonnen, die mit der Verkehrsfreigabe des Kanals im Jahr 1992 endeten. Für die Realisierung waren 17 Schleusen erforderlich, um die nördliche Anstiegsrampe von Höhenmeter 231 bei Bamberg am Main, bis zum Scheitel von 406 Meter und dann die südliche Abstiegsrampe bis Höhenmeter 338 bei Kelheim an der Donau zu überwinden.

Somit ist der Main-Donau-Kanal neben dem Elbe-Seitenkanal (Inbetriebnahme 1976) das zweite große Kanal-Bauvorhaben der Bundesrepublik Deutschland.

Nun aber los .....

Mi

Um kurz nach 15Uhr holt mich Käpt'n Rolf vom Bf in Saal an der Donau ab, um 15,30Uhr legt die 'Rudolf-Thea' vom Nordkai des Hafen Kelheim ab. Nach 1lm Fahrt auf der Donau biegen wir in den Main-Donau-Kanal (MDK) ab: Kanal-km 171.

Der MDK ist in diesem Bereich mit der Altmühl identisch und führt durch das landschaftlich sehenswerte Altmühltal. Wir passieren die Schleuse Kelheim um 16,15h und setzen die Fahrt bei Dämmerung und diesigem Wetter fort; Ufer-Impressionen mit Burgen und Schlössern begleiten die Fahrt. Hinter der Schleuse Riedenburg begegnet uns ein Schubverband, unser einziger Schiffskontakt an diesem Fahrttag. 

Die Fahrt ist inzwischen wegen der Dunkelheit nur mit Radarunterstützung möglich. Um 19,30Uhr liegt die 'Rudolf-Thea' an der Umschlagstelle Dietfurt für die Nachtruhe fest. Fahrtstrecke 35km.

Hier soll am Spätabend auch der Mannschaftswechsel der 2 Bootsmänner durch einen Fahrdienst stattfinden. Zum Abschluss der Dreiwochenschicht gibt es noch ein Bier im Steuerhaus bei einem gemeinsamen Gespräch. Morgen früh startet dann die neue Schicht.

Do

06,30Uhr und vor mir steht im Steuerhaus eine Tasse Kaffee mit der Aufschrift "my job is TOP SECRET, I don't even know what I'm doing myself!" Seit 6Uhr ist die 'Rudolf-Thea' unterwegs, gemütlich mit 10km/h, 5grad Außentemperatur und langsam erwachender Landschaft.

Nach Schleusung in Dietfurt geht die Fahrt auf dem MDK mit 'Altmühl-Charakter' weiter, Beilngries in km 129 wird passiert und um 08Uhr sind wir in der Schleuse Berching fest. 

Nach der Schleuse Bachhausen (09,30Uhr) erreichen wir in km116 den Höhenscheitel des MDK mit 406m. Jetzt haben wir 17km vor uns, bevor es dann mit 11 Schleusen 'abwärts' nach Bamberg am Main geht. Der Trassenverlauf des MDK hat inzwischen 'Kanal-Charakter'.

Um 10,45Uhr passieren wir in km102 das Denkmal ''Europäische Hauptwasserscheide'. Danach beginnt mit der Schleuse Hilpoltstein und zweier weiterer Schleusen innerhalb von 15km der 'Abstieg' von 75 Höhenmetern (25m/Schleuse). Um 14Uhr haben wir wieder den gut ausgebauten MDK vor uns.

Zwischen 15 und 16Uhr passieren wir den quirligen Großraum Nürnberg ab km072 und ... es sind doch noch andere Schiffe unterwegs, denn seit heute morgen waren wir bis jetzt das einzige Schiff ! Auto-Staus auf Parallel-Straßen begleiten uns; erst ab dem Bereich Fürth wird es wieder ruhiger.

Nach weiteren zwei Schleusungen erreichen wir in der Dunkelheit den heutigen Liegeplatz an Dalben im Unterwasser der Schleuse Erlangen bei km041.

Zum Schiffsverkehr auf dem MDK-Kanal passt ein netter Witz: Was ist der Unterschied zwischen dem Hamburger und dem Nürnberger Hafen? Die Hamburger sagen "Schiff ahoi", die Nürnberger "Hoi, a Schiff". 

Fr

Heute sitze ich erst um 7,30h vor der Tasse (siehe Do) im Steuerhaus ! Rolf ist schon 15km (mit 1 Schleuse) seit 6Uhr gefahren, jetzt sind wir vor der Schleuse Forchheim in km026. Wetter ist herbstlich, aber nicht unangenehm. Vor uns liegen bis Bamberg die letzten km auf dem MDK.

Inzwischen haben wir diese km auf dem MDK zurückgelegt; nach der Schleuse Bamberg fahren wir gegen 10,30Uhr durch das Stadtgebiet von Bamberg: die zahlreichen Kirchen sind im Hintergrund zu sehen, aber fotografisch nicht zu fassen. Und jetzt ... erreicht die 'Rudolf-Thea' um 11Uhr den Main in Fluss-km384.

Hinter uns liegen die 171km des MDK, der hinter Kelheim vom Altmühltal, danach vom Kanal-Charakter und ab Nürnberg, Forchheim vom ursprünglichen Regnitz-Flusslauf geprägt ist. Die Schleusen auf dem MDK sind mit 12m Schleusenkammer-Breite für Käpt'n Rolf wegen der Schiffsbreite von 11,50m eine Herausforderung gewesen, die aber routiniert gelöst wurde. Viele Schleusen zwischen Kelheim und Nürnberg hatten Schwimmpoller, die das Umhängen der Festmacher überflüssig machen. Wegen der relativ geringen Brückenhöhen um die 6m musste fast durchgängig das Steuerhaus abgesenkt werden. Übrigens sind aus diesem Grund die Oberdecks der Flusskreuzfahrer für die mitfahrenden Passagiere auf dem MDK gesperrt ! Insgesamt war auf dem MDK wenig Schiffsverkehr. 

Nun beginnt die Mainfahrt mit Flussatmosphäre. Wetter herbstlich, ohne Sonne; so geht die Main-Fahrt voran, vorbei an vielen kleinen Städten wie Limbach, Zeil, Knetzgau, Hassfurth, Schonungen mit Schloss Mainberg und Schweinfurt. Es gibt viele Ufer-Impressionen und natürlich Schleusen ... Diese sind hier genau so eng wie im MDK; sie sind außerdem alle mit einem Mitteltor (2 Trennkammern) gebaut. Hierdurch ist der Schleusenvorgang bei Belegung mit nur einem Fahrzeug sparsamer und schneller.  

Bis Schweinfurt begegnet uns kein weiteres Fahrzeug, die einzige fahrtechnische Abwechslung beschert uns eine mit Tonnen gesicherte Baustelle (Engstelle).

Ab Ausfahrt Schweinfurt um 17Uhr ist es stockfinster; es wird bis zum 'Feierabend-Liegeplatz' vor der Schleuse Wipfeld in Main-km317 nach Radar und Seiten-Scheinwerfer gesteuert. Um 19Uhr liegt 'Rudolf-Thea' fest.

Sa

Heute, für mich am letzten Tag dieser Frachtschiffreise, startet die 'Rudolf-Thea' wieder um 06Uhr mit dem Tagesziel Würzburg. Ich begleite die Fahrt ab 07Uhr im Steuerhaus.

Das Main-Tal ist sehr weitläufig, parallelführende und querende Straßen sind trotz des Wochenendes relativ stark befahren. Die Orte und Städte ziehen mit ihren markanten Kirchen vorbei: Volkach, Schwarzach, Kitzingen und Ochsenfurt. Und natürlich weiterhin jede Menge Schleusen, die ohne Wartezeit (wie bisher auf der gesamten Fahrt !) passiert werden können, eben 'grüne Welle'.

Interessant sind die ausgeprägten Main-Windungen zwischen Eisenheim (km314) und Dettelbach (km293), die durch einen Verbindungskanal umgangen werden. Man sagt, der Main sei der einzige Fluss in D, der in alle vier Himmelsrichtungen fließt.

Weinberge säumen inzwischen teilweise die Ufer-Nordhänge; auffällig ist auch die gute Auslastung der Stellplätze mit Wohnmobilen: bei Mainstockheim zähle ich 17 Wohnmobile! Um 09,30Uhr passieren wir die Stadt Kitzingen mit schöner Uferpromenade. 

Das Wetter ist inzwischen sogar sonnig, die Weinberge am Ufer und die sehr schönen Städtchen leuchten im herbstlichen Orange; dieser Strecken-Abschnitt bei Marktbreit / Ochsenfurt ist sehenswert schön, zum 'Satt-Sehen'! 

Ab jetzt wechselt die Fahrtrichtung von Süd wieder nach Nord Richtung Würzburg; bis dahin haben wir noch 20km vor uns, vorgesehene Ankunft am frühen Nachmittag. Hier wird die 'Rudolf-Thea' bis morgen festmachen: Käpt'n und Mannschaft wollen Einkäufe erledigen und ich werde per ICE die Heimfahrt antreten.

Aber jetzt ist erstmal Mittagszeit und ich genieße die restliche Main-Fahrt und bin auf die Aussicht auf Würzburg gespannt.

Nachdem wir die Gewerbegebiete von Würzburg mit MÖMA, etc. hinter uns gelassen haben, kommt der freie Blick auf die alles überragende Festung Marienberg. Am anderen Main-Ufer liegt die Altstadt von Würzburg mit dem Dom und der Marienkapelle. Hinter der Schleuse macht die 'Rudolf-Thea' dann bis morgen fest. Es wimmelt überall von Touristen, die dieses Wetter für einen Bummel oder einen Platz im Biergarten nutzen.

Mit diesen Eindrücken von Würzburg endet mein Törn: nach Verabschiedung von Rolf und der Mannschaft (Jaroslav und Dominique) mache ich mich auf den Weg durch die Fußgängerzone zum Hbf und setze die 'weiss-blaue' Brille ab.

Fazit

Fahrt durch das interessante Revier Main-Donau-Kanal und Main in herbstlicher Stimmung mit dem Komfort, der Gemütlichkeit und der familiären Atmosphäre der 'Rudolf-Thea'. Der Fahrtverlauf vermittelte viele Eindrücke, die den Erwartungen nach meiner Vorbereitung in Nichts nachstanden. Dank an den Schiffsführer Rolf K. und die 'neuen' Mannschaftsmitglieder. Diese vermittelten mit ihrer stets freundlichen Art eine positive Ausstrahlung. 

feS -.-.-